Die DIHK-Digitalisierungsumfrage 2026 hat fast 5.000 deutsche Unternehmen aller Branchen dazu befragt, wie sie künstliche Intelligenz im Alltag nutzen. Die Antwort: Generative KI ist für Texte, Bilder und Code bereits Standard, während komplexere Agentenaufgaben erst am Anfang stehen und Sicherheitsbedenken parallel wachsen.

Wie viele deutsche Unternehmen setzen KI heute produktiv ein?

Für die Digitalisierungsumfrage 2026 hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag eine Erhebung unter knapp 5.000 Unternehmen aller Branchen durchgeführt, erhoben zwischen dem 10. und dem 28. November 2025. Damit ist es eine der breitesten verfügbaren Bestandsaufnahmen zur KI-Nutzung im deutschen Mittelstand und in Großunternehmen gleichermaßen. Das zentrale Fazit der DIHK selbst: Künstliche Intelligenz ist inzwischen als Produktivitätsfaktor in den Unternehmen angekommen, und zwar über reine Standardanwendungen hinaus.

Wofür wird KI in der Praxis am häufigsten genutzt?

Die Umfrage zeigt ein klares Muster: Unternehmen setzen KI zuerst dort ein, wo Aufgaben strukturiert und wiederkehrend sind.

  • 78 Prozent nutzen generative KI zur Erstellung von Texten, Bildern oder Code
  • 43 Prozent setzen KI für personalisierte Kundenansprache und Kundensupport ein
  • 38 Prozent verwenden KI für Qualitätssicherung und Prozessüberwachung

Im Vergleich zum Vorjahr nimmt vor allem der Einsatz von KI für Qualitätssicherung und Prozessüberwachung deutlich zu, ebenso gewinnt die Entwicklung und Optimierung von Produkten an Bedeutung, insbesondere in der Informations- und Kommunikationsbranche sowie in der Industrie. Diese drei Bereiche haben gemeinsam, dass Eingabe, Regeln und erwartetes Ergebnis vergleichsweise klar definiert sind, also genau die Aufgaben, die sich heute am zuverlässigsten automatisieren lassen.

Warum wächst gleichzeitig die Vorsicht vor Sicherheitsrisiken?

Mit der breiteren Nutzung steigt auch das Bewusstsein für Risiken. Laut DIHK ist die Aufmerksamkeit für Sicherheitsrisiken gegenüber dem Vorjahr von 34 auf 37 Prozent gestiegen. Das ist kein Widerspruch zur wachsenden Nutzung, sondern eher ihre logische Folge: Je mehr Geschäftsprozesse mit KI-Werkzeugen laufen, desto mehr Angriffsfläche und desto mehr Fragen zu Datenschutz, Nachvollziehbarkeit und Zugriffsrechten entstehen. Genau diese Fragen entscheiden am Ende, ob ein KI-Einsatz im Unternehmen tragfähig bleibt oder zum Risiko wird.

Wohin entwickelt sich der Einsatz: vom Werkzeug zum Agenten?

Während die DIHK-Zahlen vor allem die Gegenwart beschreiben, zeigen aktuelle Ankündigungen großer Softwareanbieter, wohin die Reise geht. SAP hat im Frühjahr 2026 seine „Autonomous Suite" vorgestellt: fünf Geschäftsbereiche, in denen laut Unternehmensangaben mehr als 200 Agenten und über 50 Assistenten in den kommenden Monaten verfügbar sein sollen. SAP-Manager Klein bringt dabei einen Punkt auf den Punkt, der für jedes Unternehmen gilt, das über eigene KI-Agenten nachdenkt:

Fehlender Kontext ist der Hauptgrund dafür, dass Projekte im Bereich Unternehmens-KI keinen Mehrwert liefern.

Auch die Marktanalysten rechnen mit einem spürbaren Umbruch: Eine am 6. Juli 2026 veröffentlichte Gartner-Studie geht davon aus, dass autonome KI bis 2030 Umsätze in Höhe von rund 215 Milliarden Euro im Markt für Unternehmenssoftware umverteilen könnte. Der Weg vom generativen Werkzeug (Texte, Bilder, Code) zum autonomen Agenten (der Aufgaben eigenständig ausführt) ist also längst eingeleitet, auch wenn die DIHK-Zahlen zeigen, dass die Mehrheit der Unternehmen aktuell noch bei der ersten Stufe steht.

Was bedeutet das für dein Unternehmen?

Die DIHK-Umfrage bestätigt einen einfachen Zusammenhang: KI lohnt sich zuerst dort, wo Abläufe wiederkehrend und klar umrissen sind, etwa Texterstellung, Kundenkommunikation oder Qualitätskontrolle. Genau diese Abläufe lassen sich heute nicht nur unterstützen, sondern durchgängig an eine KI-Belegschaft übergeben, die im Hintergrund arbeitet und nur bei Ausnahmen Rücksprache hält. Wer diesen Schritt strukturiert angeht, spart nicht nur Zeit, sondern schafft auch die Grundlage, um später komplexere, agentenbasierte Prozesse sicher einzuführen.